Sandras Weg nach Tilburg – 365 km, 4 Tage und ein Rad

Sandras Weg nach Tilburg – 365 km, 4 Tage und ein Rad

Unsere Mitarbeiterin Sandra wollte schon immer mal eine größere Radtour machen und auch das Metal Festival Roadburn in Tilburg (Niederlande) war immer ein Festival, was sie und ihr Bruder Mario besuchen wollten, warum also nicht beides verbinden?

Jedes Jahr zur Osternzeit findet in Tilburg/Niederlanden ein ganz besonderes Metal Festival, das Roadburn Festival, statt. Dieses Jahr wollte Sandra mit ihrem Bruder Mario endlich dorthin und warum das Ganze nicht mit einer Radtour verbinden, die Sandra sowieso schon länger mal machen wollte. Für Mario stellte dies kein Problem dar, denn als Alltags-Radfahrer ist er ganz gut in der Übung.

Der Plan stand, nun musste noch das richtige Equipment besorgt werden, aber die Quelle liegt ja nicht weit, und so haben die beiden Felt QX EQ Räder mitsamt KoKi Taschen für vorne und hinten besorgt. Als Reiseverpflegung für Körper und Geist durften natürlich auch die CLIF Bar Riegel und die Muc-Off Chamois Cream bei dieser Tour nicht fehlen. Geplant war eine schöne Tour mit insgesamt 365 km und circa 80 km pro Tag, was für den einen eher gemütlich, für den anderen jedoch durchaus anstrengend ist.


Tag 1 | Wardenburg – Meppen (85 km)

 

Mit über 20 kg Gepäck starteten die beiden von Wardenburg nach Meppen. Das Wetter war sehr durchwachsen und nicht unbedingt ideal, um höchst motiviert als Hobbyradfahrer in eine solche Tour zu starten: Anfangs war es kalt und regnerisch, doch im Laufe des Tages wurde es immer wärmer und die Sonne war irgendwann so stark, dass sich Sandra und Mario einen ordentlichen Sonnenbrand zuzogen.

Die Strecke nach Meppen war nicht sonderlich spektakulär, da bot die Alpaka-Farm eine gelungene Abwechslung zu der sonst eher drögen Landschaft. Nach 85 km kamen die beiden dann an einer Jugendherberge in Meppen an. Von außen entsprach sie zwar eher dem Radweg, den die beiden an dem Tag zurücklegten, im Inneren versprühte sie jedoch einen gemütlichen und wohligen Charme, der nicht zuletzt auch durch die Gastfreundlichkeit und Herzlichkeit der Herbergsbesitzer entstand.

 


Tag 2 | Meppen – Enter (85 km)

 

 

Gut gestärkt ging es am 2. Tag dann über die deutsch-niederländische Grenze nach Enter. Sandra und Mario fuhren auf ihrem Weg nach Enter unentwegt am Kanal entlang und hatten bestes Wetter, um die wunderschöne Panoramarunde genießen zu können. In Enter angekommen nächtigten die beiden in einer Privatunterkunft, welche von zwei ehemaligen Lehrern betrieben wird und ebenfalls inmitten unbeschreiblich schöner Natur liegt. Die Gastgeber waren auch hier wieder sehr herzlich, sodass die beiden sich gut von den zurückgelegten 85 km erholen konnten.

 

Radfahren in den Niederlanden

Bei Sandra und Mario stellte sich, sobald sie in den Niederlanden ankamen sofort ein sichereres und unkomplizierteres Fahrgefühl ein: Das gesamte Verkehrsnetz in den Niederlanden ist durch und durch auf Fahrradfahrer ausgelegt. Hier ist die Gleichberechtigung zwischen den Autofahrern und Radfahrern so spürbar, wie in kaum einem anderen Land. Das Radnetz ist derart gut ausgebaut, dass die Radfahrer neben eigenen Radwegen sogar ein eigenes Ampelnetz zur Verfügung haben. So lässt es sich sicher, schnell und entspannt radeln. Vor allem die Radwege haben es Sandra angetan; sie liegen fast alle inmitten atemberaubender Natur, umringt von vielen Seen, Flüssen und Kanälen oder erstrecken sich kilometerlang durch einen Wald – das klingt nach einem Traum für Radfahrer.


Tag 3 | Enter – Arnheim (93 km)

 

 

Am 3. Tag ging es ins Großstadt-Gewusel nach Arnheim. Der Weg dahin startete mit leichten Navigationsschwierigkeiten und beinhaltete somit einen größeren Umweg auf den man am Ende auch gerne verzichtet hätte. Denn der 3. Tag war mit Abstand der anstrengendste: 93,5 km statt geplanten 80 km. Vor allem in Arnheim tat sich das Navi schwer und so kreuzten die beiden durch die Stadt, von der einen Richtung in die anderem, um dann festzustellen, dass auch dies falsch war. Bei all dem Gewusel haben die Arnheimer aber immer ihre Hilfe angeboten, wenn sie merkten dass die beiden nicht weiter kamen.

Nach viel hin und her waren sie schließlich nur noch ein paar Kilometer von der Unterkunft entfernt – doch die hatten es in sich. Allmählich machte sich nämlich auch der Hintern trotz Sitzcreme und Polsterhose bemerkbar und dann lag die Jugendherberge auch noch auf einem Hügel. Es war schön anzusehen, brachte Sandra aber fast ans Ende ihrer Kräfte, so dass die letzten Meter nur noch schiebend gemeistert werden konnten. An der Jugendherberge im 70er Jahre-Style angekommen war die Erschöpfung nach einem Tag ohne Pausen oder Möglichkeiten irgendwo einzukehren deutlich zu spüren. Das Abendessen mit 3 Gängen kam den beiden dann wie ein richtiges Festmahl vor.


Tag 4 | Arnheim – Tilburg (102 km)

 

 

Der 4. Tag war dann (zum Glück) auch der vorerst letzte Tag auf dem Fahrrad. Nun sollten es noch knapp 100 km bis nach Tilburg sein. Das Navigationsgerät sagte dann aber plötzlich 150 km an. Die beiden sahen keine Chance das zu schaffen und entschieden sich die schöne Panoramaroute auszulassen und den direkten Weg mit Google Maps zu fahren. In Arnheim selbst war es wie am Vortag auch das reinste Chaos doch irgendwann haben die beiden endlich den Weg über den Kanal gefunden. Die Aussicht auf der Brücke hat aber die Anstrengungen der letzten Tage vergessen lassen und neue Kraft entfesselt.

Auch auf diesem Weg gab es leider wieder keine Einkehrmöglichkeit, aber einen Fruitomat (ein Automat mit Obst und Saft) bei dem sich Sandra und Mario spontan auf einem kleinen Fleckchen Rasen neben der Straße gemütlich machten. Der Rest der Strecke war dann einfach nur noch stumpfes fahren bis das Ziel erreicht ist.

 

 

Die Unterkunft für die nächsten 3 Tage lag in einem Ferienpark nahe Tilburg. Hier hatten die beiden eine Holzhütte gemietet (Ok, manche würden sagen es war vielleicht eher ein Gartenhaus). Die Einrichtung war sehr schön, aber die mickrige Elektro-Heizung war einfach zu klein für nächtliche Temperaturen von frostigen -1 °C. Es war also seeehr kalt.


Tag 5-7 | Roadburn Festival in Tilburg

 

 

Die nächsten drei Tage waren Festival angesagt. Mit dem Shuttlebus ging es jeden Tag nach Tilburg, um sich auf dem Roadburn Festival zu tümmeln. Roadburn ist eher ein kleines, gemütliches Festival mit circa 4.000 Besuchern, auf dem aber dennoch über 100 Bands spielen. Das Besondere am Roadburn Festival ist, dass die Locations dort sehr einzigartig sind; hier treten die Bands unter anderem in einem alten Kloster auf.


Tag 8 | Safaripark

 

Am letzten Tag wurde noch der Safaripark Beekse Bergen um die Ecke erkundet.
Sandras treue Reisebegleitung Mausi ist schon viel mitgereist und war natürlich auch hier mit dabei.

 

 

 

 

 

 


Tag 9 | Tilburg – Sandkrug

 

 

Nach Deutschland zurück ging es nicht mit dem Rad, sondern mit dem Zug. Aber auch dies stellte eine richtige Herausforderung dar. War in den Niederlanden noch alles in Ordnung, kam in Deutschland direkt die deutsche Ordnung zum Vorschein und die Räder mussten samt Gepäcktaschen nun doch in die Haken eingehängt werden. Sandra und Mario waren einfach nur froh, dass die Räder das ausgehalten haben. Das Umsteigen gestaltete sich auch etwas schwierig, da nicht jeder Bahnhof einen Aufzug hatte und die Räder mit Gepäck an einer Schiene entlang hochgeschoben werden mussten. Insgesamt mussten die beiden zwei Mal umsteigen bis sie endlich in Sandkrug ankamen. Von dort waren es dann nur noch wenige Kilometer mit dem Rad und als sie diese endlich hinter sich hatten, waren die beiden mehr als froh die Räder erst einmal in die Ecke stellen zu können.


Fazit

 

„Auch wenn es anstrengend war und ich die Touren teilweise unterschätzt habe, war es dennoch eine tolle Erfahrung und ich würde es auf jeden Fall noch einmal machen“, sagt Sandra über ihre 4-tägige Radtour.

 

Vielleicht lassen wir uns alle mal etwas von Sandra inspirieren und planen demnächst unsere eigene Tour mit dem Rad.